Manfred R. Martin - Glossar

Zur Theorie des Entstehens, der Mechanik und der Wirkungsweise der pleistozänen Binnenlandvereisungen (von Nordeuropa)

Glossar zu den auf den Seiten dieser Website (durch Fettdruck) hervorgehobenen Begriffsworten


Eiszeitforschung (Pl. ungebräuchlich)

'Eiszeitforschung' ist ein fachsprachlich nicht deutbares Wort; es wird allgemeinsprachlich für jegliche den Eiszeitproblemen zugewandte Forschung aufgefasst. LIEDTKE sieht die Eiszeitforschung als ein Forschungsgebiet, auf dem "sehr viele Disziplinen sich mit dem Eiszeitalter beschäftigen"
(→dazu Art. 00 / 0.1).

Eiszeitglaziologie (ohne Pl.)

Die Eiszeitglaziologie ist die Wissenschaft von den kaltzeitinitiiert entstandenen Binnenlandvereisungen und als solche eine Sparte der modernen Glaziologie

Glazial, das (Pl. Glaziale, die)

Unter einem Glazial versteht man den Körper einer schneebürtigen Vereisung (einen aus Schnee durch Kompaktion und Regelation entstandenen glaziologisch relevanten Eiskörper).
Die (1958) von LÜTTIG verfochtene Anwendung von 'Glazial' als Kurzwort für 'Glazialzeit' ist überlebt.

Glaziologie (ohne Pl.)

Die Glaziologie ist die Wissenschaft vom Schnee, vom schneebürtigen Eis und von den schneebürtigen Vereisungen. Anders lautende Deutungen (→Art. 00 / 1.22) sind überlebt [→auch Art. 01].

Glazialgeologie (ohne Pl.)

'Glazialgeologie' ist ein von alters her in der Literatur gebrauchtes sinnleeres Komposi-tum; die Anwender meinen im eigentlichen Sinne 'Geologie der durch Glazialwirkung [Erosion, Erdstoffumlagerung] betroffenen Erdschichten'.
Statt 'Glazialgeologie' wird in der vorliegenden Arbeit das Wort 'Pleistozängeologie' verwendet [→Art. 00 / 0.3].

Inlandeistheorie (nur Sg.)

'Inlandeistheorie' ist das Begriffswort für die Lehre von den kaltzeitinitiiert entstandenen Binnenlandvereisungen.

Kryologie (nur Sg.), griech. von κρυως - Kälte, Frost

Die Kryologie ist die Wissenschaft vom (Wasser-)Eis und den (wasser-)eisbürtigen Vereisungen [→dazu Art. 00] 

Paradigma, das, (Pl. Paradigmen, die)

'Paradigma' ist Synonym für ein als Fundament einer Hypothese oder Theorie verwen-detes 'Pseudo-Axiom' [→Kap. 0 / 0.011]

Pingo, der *), (Pl. Pingos, die) - aus der Inuit-Sprache

Ein Pingo ist eine im Dauerfrostboden durch Bildung eines Taliks entstehende hügel-ähnliche Aufwölbung [→Art. 18 / 2.3]
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*) nicht verwechseln mit dem bergmännischen Begriff 'Pinge' =Einsturzloch über einem eingefallenen Grubenstollen [→Art. 18./ 1.3]

Pseudo-Axiom, das, (Pl. -Axiome, die)

Ein Pseudo-Axiom ist eine argumentative These, die vom Begründer und von den Ver-fechtern der These als gültiger Rechtfertigungsgrund, d.h. als keines bzw. nicht not-wendig zu erbringenden Beweises bedürfend, akzeptiert bzw. als verwendbar befunden wird [→Kap. 0 / 0.011]

Soll, das, (Pl. Sölle, die)

- geologisch-fachsprachliches Wort für eine mehr oder weniger funktional definierten Geländehohlform, die in einstigen Flachlandgletscher-Ausfahrgebieten von Binnen-landvereisungen oft in großer Anzahl vorkommt;
- allgemeinsprachlich gebräuchliches Wort für eine die offene Grundmoränenlandschaft prägende, in typischer Weise geformte, zumeist ganzjährig vernäßte kleine Gelände-hohlform auf Ackerfluren und in Waldgebieten (→Art. 18 / 4.5).

echtes Soll

Als echtes Soll gilt eine in der Moränenlandschaft der letztvergangenen Binnenland-vereisung nach Überfahrung eines unten offenen Pingos durch einen Flachlandglet-scher und nach dessen Schwinden im Zuge des Austauens des Permafrostbodens (einschließlich des Pingo-Taliks) entstandene kleine Hohlform, die an den unterlie-genden Grundwasserleiter angeschlossen ist ... [→Art. 18 / 6.01].

Talik; der (Pl. Taliki, die) - russisches Wort

Ein Talik ist ein unter der Erdoberfläche von Dauerfrostboden durch linear aufsteigen-des [quellendes] Grundwasser sich bildende, im Sohlbereich stetig zuwachsende und sich scheinbar hebende Eislinse [→Art. 18 / 2.3].

Toteisloch, das (Pl. Toteislöcher, die)

Begriffswort für 'durch nacheiszeitliches Auftauen einst überschütteter (schollenartiger) Gletscherabbrüche' entstandene Einsturzstellen
[→Art. 18 / 2.6].]

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